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3000 Jahre Weinkultur rund ums Kahlenbergerdörfl Der Weinbau an den Hängen des Kahlengebirges kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Bereits die in einer Höhensiedlung am Leopoldsberg wohnenden Kelten kultivierten eine Urform der Weinrebe und gewannen daraus ein weinähnliches Getränk. Die Römer setzen die örtliche Weinkultur fort.
Nach
der Völkerwanderung beleben im
12.Jahrhundert Babenberger und Stift Klosterneuburg den Weinanbau um die
entstehende Siedlung „Chalwenperge“. Beide besitzen zu jener Zeit hier je
einen Lesehof Zu
jener Zeit sind auch erste Grundverkäufe urkundlich belegt, so verkauft der
Ortspfarrer Reichel ein viertel Weingarten zum Bau eines Glockestuhles für
die Pfarrkirche St. Georg. Im
Mittelalter besitzen viele bedeutende Stifte und Klöster Weingärten um das
Kahlenbergerdorf. Neben dem Chorherrn Stift Klosterneuburg, die Stifte
Lilienfeld, Kremsmünster, Formbach und Zwettl. Ihre stattlichen Lesehöhe
dominieren bis heute das Ortsbild ( Zwillingg. 2, Wigandg. 37 und St. Georg
Pl. 2.) Gebräuchliche Riednamen wie „Geigerinnen“, „Altweingarten“, „Junkherrn“ und „der Jud“ werden im 13/14.Jahrhundert erwähnt und dokumentieren noch heute die lange Weinbautradition. Naturkatastrophen
(„Schnee im August“) und Schädlingsbefall („Zwirbelrüssler“)
beeinflussen auch im Kahlenbergerdorf immer wieder Menge und Qualität des
hier gewonnenen Weines.
Zum
Schutz des örtlichen Weinbaus enthalten auch die Kahlenbergerdorfer
Banntaidinggesetze (1512) Bestimmungen die ohne Zustimmung der Gemeinde den
Bierausschank untersagen.
Ab
dem 18. Jahrhundert bilden sich Hauerdynastien, etwa Hengl, Kuntner, Lenz,
Raab oder Sturm die bis nach dem 2.Weltkrieg neben dem Chorherrn Stift
Klosterneuburg den örtlichen Weinbau bestimmen. Sie gründen den örtlichen
Weinbauverein und führen im Kahlenbergerdorf beliebte Heurigen.
Die
über Jahrhunderte weinbaulich genutzte Fläche an den Hängen von Burgstall,
Kahlenberg und Leopoldsberg war gegenüber heute weitaus größer und umfasste
auch die Steilhänge des Leopoldsberg - Südhanges, weiter hinauf reichende Hänge
am Kahlenberg sowie die Nord- und Osthänge des Burgstalls.
Um
1860 beleben viele Ausflügler und Wanderer die Heurigenkultur im Kahlenbergerdorf. Zeitweise bieten bis zu sechs echte Heurigenbetriebe ihren
oberhalb des Dörfl's gewonnenen Wein an. Zu jener Zeit dürfte auch der
Sammelbegriff des „Kahlenbergers“ entstanden sein, also jenes Weines der
an den Hängen von Kahlen- und Leopoldsberg gewonnen wird, und der vorwiegend
im Kahlenbergerdorf feil geboten wurden. Im Jahre 1882 berichtet auch die örtliche Gemeindechronik vom Befall der Weinstöcke durch die Reblaus, einem Pflanzenschädling dem auch hier alle Weinstöcke zum Opfer fielen. Das Bild des Kahlenbergerdorfes um 1900 zeigt daher die Hänge von Kahlen- und Leopoldsberg mit Wiesen und weidenden Kühen. Erst in den 20er Jahren nach dem schädlingsresistenter Weinsorten zur Verfügung stehen erholt sich der Weinbau im Kahlenbergerdorf von der einschneidensten Katastrophe seiner Geschichte. Ausgehend von der nahen Weinbauschule in Klosterneuburg setzt sich auch im Kahlenbergerdorf nach dem 2. Weltkrieg die Hochstammkultur durch. Nach dem Aussterben der Kahlenbergerdorfer Hauerdynastien dominiert heute, neben den letzten beiden Weinhauern des Dorfes "Taschler und Hirt/Klapf", vor allem das „Stiftsweingut Kahlenbergerdorf“ die örtliche Weinbauszene. Die ausschließliche Produktion von Prädikatsweinen dokumentiert einerseits die erstklassigen Lagebedingungen des Weinanbaugebietes Kahlenbergerdorf und andererseits die hochentwickelte Weinkultur des Augustiner Chorherrn Stiftes Klosterneuburg. |
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